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Einleitung und Überblick

Sie haben Angst vor Prostatakrebs, weil Ihr PSA Wert erhöht ist ?
Über 20% aller Erkrankten zeigen normwertiges PSA, während 2/3 bis 3/4 aller Männer mit abnormen PSA-Werten frei von Prostatakrebs sind. Psychovegetative Reize erhöhen PSA ebenso wie Prostatitis, sportliche Belastung, sexuelle Aktivität und die Prostata Hyperplasie (BPH). Kein PSA Wert zeigt Größe oder Gefährlichkeit von Prostatakrebs.

Die weitgehend unbekannte DNA-Diagnostik erkennt objektiv, dass >65% aller Prostatakrebse primär "harmlos" sind. Sie wird auf diesen Seiten vorgestellt.

Zur Operation bei Prostatakrebs rate ich Niemandem.

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Grundsätzliches zum Prostatakrebs:

Allein früh erkannter Prostatakrebs gilt als heilbar. Aktuell nehmen in Deutschland ca. 17% aller Männer > 45 Jahren eine Früherkennung wahr. 2010 wurde in Deutschland bei über 64.000 Männern Prostatakrebs diagnostiziert. Prostatakrebs ist damit vor Dickdarm- und Lungenkrebs die häufigste Kebskrankung bei Männern. Allerdings sterben die meisten Männer an Lungenkrebs an Prostatakrebs „nur“ ~ 10% aller Neuerkrankten. Seit 1971 gibt es kontinuierlich ca. 12.000 Prostatakrebs-Todesfälle pro Jahr, obgleich in einem größeren Deutschland immer ältere Männer leben. Die Zahlen reflektieren Angaben auf Totenscheinen, denen die wahren Todesursachen nur unsicher zu entnehmen sind: die Zahl tatsächlich am Prostatakrebs Verstorbener liegt wahrscheinlich deutlich niedriger.
Diese Zahlen zeigen auch, was die Ergebnisse der PSA- Screening-Studien (PLCO/ERSPC) belegen: frühzeitigere und verbesserte Kontrolle führt zu Überdiagnostik und Übertherapie. Einerseits hat die Früherkennung die Zahl fortgeschrittener Prostatakrebs deutlich reduziert: waren 1983 bei Diagnose 25% aller Prostatakrebs metastasiert, sind dies heute 2%. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei nun 61 Jahren - vor 20 Jahren bei 70. Anderseits tragen 50% aller Neuerkrankten einen nicht oder wenig aggressiven Prostatakrebs, und sehr kleine Prostatakrebse [pT1c] werden immer häufiger gefunden .

Die Logik der Früherkennung für die Lebenserwartung Betroffener unbedrohlicher Prostatakrebse führt zwangsläufig zu (meist operativer) Übertherapie, was für Betroffene miserable Lebensqualität bedeutet.

Prostatakrebs zeigen eine große Spannbreite zwischen „harmlosen“ und gefährlichen Wachstumsformen : bei Diagnose sind über 65% aller Prostatakrebs primär nicht lebensbedrohlich.
Wer lebensgefährliche, also behandlungsbedürftige Prostatakrebse erkennen will, um diese human und sinnvoll zu behandeln, muss sie exakt identifizieren. Frühzeitig erkannt, bleiben sie durch überlegten Einsatz vorhandener Therapien wesentlich länger kontrollierbar. Unsinniger Einsatz hochaggressiver Therapie, die Patienten irreversibel schwächt ohne ihren Prostatakrebs vernichten zu können, wird so vermeidbar.

Entscheidenden diagnostischen Gewinn liefert die DNA-Bildcytometrie (DNA-ICM): sie erkennt die individuelle Gefährdung durch den Prostatakrebs, zeigt Art und Zeitpunkt optimal wirksamer Therapie und hilft, die individuelle Prognose einzuschätzen.
Der Autor rät jedem Betroffenen diese Diagnostik zur Basis seiner Therapieplanung zu machen.

Ihre wissenschaftlichen Grundlagen sind in der GEK- Broschüre (Prostatakrebs Diagnose und Prognose) ausführlich beschrieben.
Sie ist im Abschnitt FNAB als pdf zum download eingestellt.
Autoren sind Prof. Dr. Böcking und Dr. Samsel. Herausgeber ist die GEK.

AKTUELLES: PSA-SCREENING AUF PROSTATAKARZINOM - NUTZEN BELEGT?
Ein Auszug aus dem Artikel:
Die Studienergebnisse verdeutlichen das Dilemma der Früherkennung von Prostatakrebs. Wenn ein günstiger Effekt überhaupt vorhanden ist, ist er sehr klein. Denn auch ohne Screening ist die Wahrscheinlichkeit, an Prostatakrebs sterben, gering. Sie beträgt für einen Mann über 50 Jahre bezogen auf seine gesamte weitere Lebenszeit etwa 3%. Der Schaden ist jedoch beträchtlich: In beiden Studien gibt es im Screeningarm eine deutliche Zunahme der Prostatakrebsdiagnosen, in der ERSPC-Studie pro verhindertem Krebstodesfall 48 zusätzliche Krebsdiagnosen. Bei einem Großteil dieser zusätzlichen Diagnosen dürfte es sich um Überdiagnosen handeln: durch das Screening entdeckte Karzinome, die ohne Screening zu Lebzeiten der Betroffenen nicht klinisch auffällig geworden wären. Überdiagnosen und entsprechende Übertherapien sind eine erst in den letzten Jahren deutlicher in den Blick genommene unerwünschte Folge der Krebsfrüherkennung.

download : arzneitelegramm.pdf [16 KB]

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